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Größe von Regentonnen berechnen

Frage zur Größe von RegentonnenWie groß muss meine Regentonne sein? Wie viel Liter benötigt meine Regentonne? Was ist die optimale Größe einer Regentonne? Brauche ich einen 500 l oder 1000 l Wassertank / Regenwassertank? …

Solche Fragen bekommen wir ziemlich häufig. Daher möchten wir in diesem Beitrag  einmal erklären, worauf es bei der Größenbestimmung tatsächlich ankommt. Doch bevor es losgeht ein kleiner Hinweis: Es wird etwas technischer und rechnen muss man auch noch … Daher als erstes mal kurz kaltes Wasser ins Gesicht, um wach zu werden und dann legen wir los.

Entgegen der landläufigen Meinung hängt die benötigte Größe von Regentonnen nicht vom Bedarf (zum Beispiel „Wie viel Gießwasser brauche ich im Monat?“) oder von der Gartengröße ab. Diese sollten die Entscheidung beeinflussen aber nicht ausschließlich herangezogen werden, um die optimale Regentonnen-Größe zu berechnen. Die wichtigsten Größen sind dafür die Niederschlagsmenge und die Größe der „projizierten Dachfläche”. Schließlich können Sie mit einer größeren Regentonne nicht dafür sorgen, dass mehr Regen fällt und Sie somit mehr Wasser zur Verfügung haben. Sie können zwar mehr Wasser speichern, aber wenn das Volumen nicht optimal ausgenutzt wird, haben Sie eventuell zu viel Geld für eine zu große Tonne ausgegeben und relativieren damit wieder den Kostenvorteil der Regenwassernutzung. Die bessere Variante ist es, mittels folgender Formel genau das zu berechnen, was dann auch wirklich von Ihrem Dach aufgefangen wird:

Wie groß muss die Regentonne sein

Optimale Größe berechnen

Optimale Größe = Projizierte Dachfläche in m² x Abflussbeiwert x Niederschlagswert

Illustration eines Hauses und die eingezeichnete projizierte Dachfläche

Projizierte Dachfläche: Wichtig zur Bestimmung der optimalen Größe einer Regenwassertonne

Projizierte Dachfläche: Dieser Wert gibt an, auf wie viel Quardratmeter der Regen fällt. Sie müssen sich das als die Fläche vorstellen, die Sie erhalten wenn Ihr Haus kein eckiges Dach hätte. Sie erhalten die projizierte Dachfläche entweder in dem Grundriss zu Ihren Haus oder Sie nehmen die Grundfläche plus den Dachüberstand. Eine schematische Darstellung finden sie in der Grafik rechts.

Abflussbeiwert: Dieser Wert gibt an, wie viel von dem eigentlichen Niederschlag letztendlich auch im Abfluss landet. Er kann Werte zwischen 0 und 1 annehmen. 1 würde bedeuten, dass jeder Tropfen Niederschlag auch durch die Dachrinne in dem Abfluss landet, während 0 anzeigt, dass Sie den kompletten Niederschlag ungenutzt lassen. Bsp.:

  • glasierte Tonziegel 0,9
  • Beton, unglasierte Tonziegel, Schiefer 0,8
  • bekieste Flächendächer 0,6

Niederschlagswert: Dahinter verbirgt sich nichts anderes als die reine Niederschlagmenge. In der Regel verwendet man hierfür regional unterschiedliche Durchschnittswerte. Jedoch gibt es hierbei regelmäßig Verwirrung, da einerseits unterschiedliche Einheiten verwendet werden (Liter vs. mm) und andererseits man unterschiedliche Durchschnittswerte verwenden kann (Jahr vs. Monat vs. Saison).

Taschenrechner, um optimale Größe der Regentonne zu berechnenOkay, fangen wir mit der Einheit an: Im Prinzip verbirgt sich dahinter immer das Gleiche: Sie können das Volumen des Niederschlags entweder in Liter pro m² (typischerweise in „Liter“ angegeben) oder mm Wasserhöhe pro m² (typischerweise in mm angegeben) angeben. Dabei entspricht 1 Liter/m² = 1 mm/m². Wenn Sie also Werte wie „500 mm“ im Zusammenhang mit Regen hören, dann wissen Sie jetzt, dass sich dahinter „500 Liter gefallenes Regenwasser auf den Quadratmeter“ verbergen. Gut, jetzt die konkreten Werte für den Niederschlag. Sie finden für jede Region bestimmte Wetterkarten im Internet, die auch meistens Durchschinittswerte für den Niederschlag nehmen. Eine Möglichkeit wäre es, den jährlichen Niederschlag heranzuziehen und dann durch 12 zu teilen, um einen monatlichen Wert zu erhalten.

Wir empfehlen jedoch, weil es natürlich Abweichungen zwischen den Monaten gibt, die komplette „Gießsaison“ zu betrachten. D.h. Sie schauen wie viel Niederschlag in den Monaten April/Mai bis August/September fällt und teilen das durch die Niederschlagshäufigkeit. Ich verdeutliche das mal an einem Beispiel: Ich wohne in Leipzig und habe mir hier die ganzen Werte für dieses Gebiet besorgt: In Leipzig hatte es im Zeitraum April bis Septemer im Schnitt rund 62 Liter im Monat geregnet, also 372 Liter in der ganzen Gießsaison. Da es aber glücklicherweise nicht jeden Tag regnet, habe ich mir angeschaut wie oft es das im Durchschnitt tut. Für Leipzig erhielt ich da rund ein Drittel Niederschlagshäugikeit (es waren 57 Regentage in der „Gießsaison“).

Optimale Größe einer Regenwassertonne – Und nun?

Okay, ich weiß jetzt, dass in Leipzig an 57 Tagen von April bis September insgesamt rund 372 Liter pro m² Regen gefallen sind. An einem Regentag sind das demnach dann ca. 6,5 Liter pro m². Wenn mein Dach jetzt eine projizierte Fläche von 50 m² hat und aus glasierten Tonziegeln besteht, dann kann ich mit den ganzen Werten jetzt ganz locker die obere Formel verwenden:

Ergebnis

Optimale Größe = 50 m² x 0,9 x 6,5 l/m² = 292,5 Liter

Nach dieser ganzen Rechnerei, weiß ich nun, dass meine Regentonne eine optimale Größe von knapp 300 Liter haben sollte. War doch ganz einfach oder? Okay, ich gebe zu das war jetzt ein wenig ironisch. Aber zumindest haben wir jetzt wirklich ausgerechnet, welche Größe unsere Regenwassertonne letztendlich genau benötigt.

Fazit

Vielleicht fällt Ihnen jetzt besonders auf, dass die meisten im Handel angebotenen Regentonnen eine Größe von 200-300 Litern bzw. 300-400 Litern haben. Damit decken diese meistens die optimale Größe ab. Somit können Sie sich auch das ganze Gerechne sparen und „Pi-mal-Daumen“ einfach zu einem Standardmodell greifen. Da Sie weiterhin nach einem Regenguss nicht sofort das ganze Wasser vergießen, empfehlen wir sogar, eine größere Regentonne zu nehmen, um das Wasser auch etwas länger speichern zu können. In der Regel sind auch zwei Tonnen besser als eine. Schließlich haben Sie eh meistens zwei Dachschrägen und können nur so optimal das ganze Wasser auffangen.

Im Prinzip muss man die Größe und die eigene Anwendung immer ein bisschen in Relation zu einander sehen. Schließlich macht es keinen Sinn, eine 500 Liter fassende Regenwassertonne zu kaufen, die dann immer nur zur Hälfte gefüllt ist. Da kann man sich einerseits die Kosten für die größere Variante sparen und andererseits auch ein wenig mehr Komfort mit einer kleineren bekommen, da man sich nun nicht mehr so in die Regentonne beugen muss, um das Wasser zu entnehmen. Allerdings ist eine ständig überlaufende Tonne ebenfalls nicht der optimale Fall. Schließlich schafft man es im Sommer auch nicht, ständig nach Terminplan die Gartenpflanzen zu bewässern.

Abschließender Tipp

Nehmen Sie sich bei einem Standard-Garten auch eine Standard Regenwassertonne mit 300 Litern. Möchten Sie auf Nummer sichergehen, dann sollten Sie zu einer 500 l Variante greifen. Erwerben Sie außerdem gleich einen ordentlichen Regenwassersammler mit dazu, da dieser einerseits mehr Regenwasser in die Regentonne befördert und andererseits diese auch vor dem Überlauten bewahrt. Dann noch in Kombination mit einem passenden Deckel hat man ein perfektes Allroundpaket, das in die allermeisten Gärten perfekt passend würde.


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